mélancolie

Sunday, July 3, 2011

gefühlt: das ist nyc. lissabons frühmorgen



gefühlt:
das ist nyc.
lissabon, donnerstag, neunter juni zweitausendelf

lissabons frühmorgen
wir liegen nebeneinander in einem großen, kühlen bett, in einem großen kühlen raum. die helligkeit des morgens zur gänze verschluckt von den schweren vorhängen an den fenstern, bis zum boden hängen sie, doppelt, eine leinenschicht.
ich liege auf der - von uns aus - rechten seite (des betts) und er auf der linken. zwischen uns sind mehr als zwei gute handbreiten. unter der schweren decke staut sich so viel spannung an, dass es ganz heiß wird. wir wollen uns berühren, wir wollen beide einfach loslassen, nur wissen wir, wie animalisch und hemmungslos wir übereinander herfallen würden, und ist der gedanke noch so verlockend, sind wir künstler, die zwar die leidenschaft lieben, das sich vollkommen gehen lassen, das treiben, den genuss, die es aber nicht schätzen sich auf so uninspirierenden, niedrigen ebenen zu erleichtern. überhaupt geht es uns nicht um erleichterung, die würde uns nur hindern. erlösung steht paradox zur muse. geht es uns gut, geht es unserer kunst schlecht. leiden wir, erfreuen wir uns nach einer zeit an den orgastischen liebkosungen unserer muse. fast verrückt macht sie uns mit all den ideen die sie losküsst. zu wahnsinnigen werden wir und wahnsinnig gut das, was wir machen.
also liegen wir in dem kühlen großen und dunklen raum, in dem eigentlich kühlen, großen bett da, nebeneinander, mit mehr als zwei handbreiten abstand. es brennt unter der decke, aber keiner wagt es, sich zu bewegen.
doch, ich merke, dass er seine hand zaghaft bewegt, überlegend, ob er es wagen soll, wirklich handeln soll. er entscheidet sich für ja und lässt die hand an die eineinhalb handbreiten nach rechts, in meine richtung gleiten. es brennt noch immer. das verlangen hemmt mich, keine erlösung schreit es in mir, leid, leid, es heißt LEIDENschaft. seine hand dringt weiter zu mir vor, eineinviertel handbreiten, es fühlt sich an, als wäre sie ganz nahe.
ich spüre die wärme die seine gierende hand ausstrahlt, sie befriedigt mich, diese macht, diese für ihn nicht nicht bereichernde situation gefällt mir unglaublich gut, mein herz pocht fest, mehr wärme, mehr wärme, mehr, er hört meinen atmen.
ich kann nicht mehr, und greife zu, aber ganz langsam, leise, ganz zart - nicht zeigend wie es in mir aussieht. niemals das machen, was das innere verlangt. wie dumm wir sind, wir künstler, wie töricht.
nun liegen wir da, unsere hände ineinander veschlungen, ganz unschuldig, nur die unfassbare energie die durch uns fließt lässt uns zusammenzucken, überwältigt sind wir und einfach. die zufriedenheit macht die menschen dumm. nun haben wir uns, wenn auch nur die hände, mehr brauchen wir nicht in diesem moment. diese zufriedenheit erstickt jede inspiration im keim. ich sehe noch, wie er seine muse würgt, sie keine luft bekommt. wie er mich würgt, ich keine luft bekomme. drehe ich meinen kopf nach links sehe ich im dunkel nur seine ruhigen konturen, die vom atem auf und ab gehen.
erlösung steht paradox zur muse. geht es uns gut, geht es unserer kunst schlecht. leiden wir, erfreuen wir uns nach einer zeit an den orgastischen liebkosungen unserer muse. fast verrückt macht sie uns mit all den ideen die sie losküsst. zu wahnsinnigen werden wir und wahnsinnig gut das, was wir machen.

34 comments:

  1. der text ist holprig. du siehst aus wie ein geschlagenes riesenbaby mit wasserkopf, nicht wie die sexuelle muse in persona
    hattest du schon mal sex? du wirkst davon immer so entfernt

    ReplyDelete
  2. Ein wundervoller hoffentlich-nicht-völlig-wahrer Text.
    paradoxparadoxparadox
    (Ergreife die Hand fester, lass sie nicht mehr los und schreibe, bis die andere müde ist.)

    ReplyDelete
  3. selbstverherlichung, dieses ah ich bin so gut, immer und immer wieder. weisst du eigentlich wieviel selbstzweifel im künstler sein ist, bis zum suizid? weisst du eigentlich wie man leidet unter dem mangel an inspiration der nichts mit zufriedenheit zu tun hat? der rasend ist und leer und schmerzhaft? wirklich gut zu sein und dann so depressiv und leer zu werden, das man aus reinem masochismus deine texte durchliest um seine zeit besonders grausam zu ermorden?

    ReplyDelete
  4. Zur Rettung gehört der feste, scheinbar brutale ZUGRIFF. (Walter B.)

    ReplyDelete
  5. anonym2: krasse und sehr gute worte!!!!! sind das die deinigen?

    ReplyDelete
  6. du liegst in sovielen Dingen falsch, auch wenn, ja ja, es kein richtig und kein falsch gibt. aber dennoch irrst du dich. künstler ist nicht nur, wer sich als künstler bezeichnet. künstler ist nicht derjenige, der sich der welt entzieht. künstler ist nicht, wer leidet; wer einsam ist; nicht sich leben, lust, spaß verbietet. eben all das ist kein künstler.
    es gibt keine muse.
    der künstler ist von der welt besessen. der künstler schafft. er ist von der tat besessen.
    doch was soll er tun, was kann er tun, wie soll er es tun? der künstler ist zum bersten voll und gleichzeitig unendlich leer. schwach. der mensch leidet nicht um künstler zu sein. der künstler leidet weil er mensch ist. nur mensch ist. beschränkt. nicht mehr kann. die welt nicht tragen kann. die welt nicht umarmen kann. die welt nicht sehen kann, nicht fühlen, schmecken, riechen, wie so zu sehen, fühlen, schmecken, riechen wäre. er liebt die welt, auch wenn er sie hasst. er liebt das licht und die luft, dass haar, die haut. farben. das detail. das große und das kleine.
    künstler-sein ist keine pose, hat nichts mit posieren zu tun. künstler-sein ist sein, ist wesenhaft. der künstler ist eine ästhetische existenz. der künstler verpasst, worauf es eigentlich ankommt: ein selbst zu werden. der künstler ist. er wird nicht. und geht so verzweifelt einen nicht gangbaren weg.
    er ist ein mann der masse. er liebt die masse. die masse liebt aber nicht ihn. der künstler ist ein freund.
    der künstler ist lutvoll. der künstler greift ZU. der künstler greift ein. und verzweifelt ob seiner kleinen hände. kleinen augen. kleinen mundes. kleinen hirns.

    ReplyDelete
  7. und gleichzeitig ist er ganz anders.
    aber niemals ist er;
    deshalb ist er niemals künstler.
    niemals "wir künstler".

    ReplyDelete
  8. nice works!! I can appreciate just images, because the text translator doesn't work good for me

    ReplyDelete
  9. das ist ein fiktiver prosaischer, es geht um keine allgemeine wahrheit oder um eine meinung. in dem text könnte genau so gut "fleisch ist super" oder "hitler ist gott" stehen, da es nicht um persönliche meinungen oder allgemeingültige wahrheiten geht.
    in einem roman, einer nouvelle, einer erzählung oder kurzgeschichte geht man ja auch nicht davon aus, dass es sich bei jeder aussage um reales oder die meinung des autoren handelt. das wäre ja auch etwas kurzgedacht, denkt man doch nicht, dass ein krimiautor mörder ist oder jemand der aus der perspektive eines psychopathen schreibt selbst einer ist.

    ReplyDelete
  10. und chris, deine aussagen sind sehr paradox, so oft wie du dir wiedersprichst.
    zuerst sagst du:
    "künstler ist nicht derjenige, der sich der welt entzieht. künstler ist nicht, wer leidet; wer einsam ist; nicht sich leben, lust, spaß verbietet."
    danach sprichst du davon warum der künstler leidet, weil er mensch ist (was denn sonst?) und weil er nicht alles erleben, anfassen etc pp. kann.


    "künstler-sein ist sein, ist wesenhaft. (...) der künstler ist. er wird nicht."

    aber dann:
    "aber niemals ist er;
    deshalb ist er niemals künstler."

    außerdem: einerseits meinst du künstler-sein ist keine pose (ja warum sollte es? aber warum sollte es auch nicht? gäbe es nur eine wahrheit gäbe es die kunst nicht)

    "der künstler ist eine ästhetische existenz. der künstler verpasst, worauf es eigentlich ankommt: ein selbst zu werden. der künstler ist. er wird nicht."
    also was denn nun? wenn ein künstler ist, ist er ja bereits ein selbst, oder als was denkst du kommt man auf die welt?

    ganz abgesehen davon, dass es sehr vermessen von dir ist zu denken die universelle wahrheit zu kennen, die es nämlich gar nicht gibt. gäbe es ein schema in das alle künstler passen wären sie roboter, wären sie keine künstler, denn da würde das individuum auf der strecke bleiben.

    ReplyDelete
  11. ja aber als kurzgeschichte ist es dann voll hanni und nanni und so sachen wie "wir künstler" sagen ja eher leute wie florian silbereisen.
    aber was solls, sowohl hanni und nanni als auch silbereisen verkaufen sich ja ganz gut!

    ps: novelle

    ReplyDelete
  12. ps: genau, gedanklich war ich wohl gerade bei nouvelle vague.

    ReplyDelete
  13. aber eben genau dieser gegensatz, dieses sich-zerreiben in dem was man ist und nicht ganz schafft zu sein, aber nichts anderes sein kann - genau das macht das paradoxe des künstlers aus. es gibt keinen künstler per definitionem. und da hat chris mmn recht: du posierst/willst/inszennierst nur dich.
    das hatten wir ja auch schon im persönlichen austausch: es gibt keinen bezug zwischen dir und der welt. und der künstler ist nicht der (wie du sagst) der sich selber kreiiert!

    ReplyDelete
  14. "und der künstler ist nicht der (wie du sagst) der sich selber kreiiert!"
    das sage ich nicht! ich habe gesagt, dass es keine wahrheit gibt. wären alle gleich gebe es kein individuum mehr und das wäre der tod der kunst.
    immer dieses durchschauen wollen, dieses zerlegen, verstehen und analysieren wollen, das verstehe ich nicht. wir können uns auch die unentlichkeit des universums nicht vorstellen, ich bin glücklich damit.

    ReplyDelete
  15. ich fürchte du missverstehst mich völlig. aber ein versuch:
    zunächst: ich beziehe mich hier nicht nur auf deine fiktive prosa, sondern noch auf einiges mehr, dass mir beim durchstöbern deines blogs aufgefallen ist. aber selbst auch fiktive prosa enthält, wenn es nicht schon um "persönliche meinungen oder allgemeingültige wahrheiten" geht, doch wenigstens so etwas wie persönliche wahrheiten. es kann einem autor schließlich ja nicht nur darum gehen eine nette, wie es oben so schön hieß, "hanni-und-nanni"-geschichte zu erzählen. das du auch mehr im sinn hast, zeigt sich ja auch mindestens in der (penetranten) wiederholung deines zentralen gedankens "erlösung steht paradox zur muse [...]". offenbar eine erkenntnis, transportiert in prosaform, der du als autorin wohl auch nicht so fern stehtst. zumindest würde es gut ins bild passen, dass du hier (meinem eindruck nach) von dir konstruierst.

    desweiteren: natürlich sind meine aussagen paradox, wiedersprechen sie sich. sie sind darauf angelegt. eben um zu zeigen das sie keine wahrheiten sind. ich habe auch nie behauptet die wahrheit zu kennen und glaube stattdessen mit der aussage "es gibt kein richtig und kein falsch" genau das deutlich gemacht zu haben. vielmehr aber noch, indem ich sagte "und gleichzeitig ist er ganz anders.", der künstler. ganz anders, als ich hier sage. offensichtlich halte ich nicht an meiner auffassung dogmatisch fest. daraus folgt auch die aussage "aber niemals ist er [eben deshalb] künstler." deshlab, weil es keine definition eines künstlers gibt. es gibt nicht DEN "künstler". umsomehr kann es also auch kein "wir künstler" geben. der halbsatz "aber niemals ist er" bezog sich eben darauf, und nicht auf das wesenhafte sein des künstlers. die betonung liegt hier nicht auf dem "ist".
    dass das künstler-sein ein wesenhafter seins-zustand ist glaube ich allerdings. das es kein werden ist. der mensch will werden. der künstler sein. darin untrescheiden sich beide wesenhaft. was ist denn der künstler sonst, wenn nicht mensch? fragst du. nun. eben künstler. im kostüm eines menschen. der künstler, scheint mir, hat immer eine seltsame distanz zur menschen-spezies; kommt sich wie ein beobachter vor. wie ein anderer. wie ein nicht-mensch. und eben im erkennen des doch menschseins leidet der künstler. weil der mensch beschränkt ist - geistig, physisch. mensch sein ist last. der künstler will mehr als mensch sein (und aber gleichzeitig größte lust - denn was anderes hat er ja nicht). er will ein größeres herz und größere augen und vorallem einen größeren geist. warum sollte er sich also in seinem mensch sein auch noch beschränken?
    auch wenn er sich nicht entzieht: der welt, dem leben etc., sondern zugreift, dann wird er ja dennoch nie das ganze haben können, aufgrund seines leidigen menschseins.

    ReplyDelete
  16. außerdem: ich sage "künstler-sein ist keine pose", du fragt ja warum sollte es? aber warum sollte es auch nicht? gäbe es nur eine wahrheit gäbe es die kunst nicht. und richtig. pose ist hier missverständlich. kann als position gelesen werden. es ist als mensch nicht falsch eine position (in diesem sinne also pose) zu haben. wenn ich pose sage, meine ich aber vielmehr attitüde. das gegenteil einer position, wie mir scheint. künstler-sein ist keine attitüde. kein schmuck.

    und du fragst: "der künstler ist eine ästhetische existenz. der künstler verpasst, worauf es eigentlich ankommt: ein selbst zu werden. der künstler ist. er wird nicht." also was denn nun? wenn ein künstler ist, ist er ja bereits ein selbst, oder als was denkst du kommt man auf die welt?
    antwort: ja eben, der künstler ist. er wird nicht. der mensch (als der andere) ist aber immer im werden begriffen. der mensch will etwas werden. selbst. der orakelspruch: finde dich selbst / erkenne dich selbst. man kommt nicht als selbst auf die welt. dem künstler (als mensch geboren) aber genügt sein sein. er hat sich dem selbstwerdungsprozess entzogen. er ist und tut.
    sein ist nicht selbst sein. jeder ist zwar; hat ein sein (im ganz existenziellen sinne), aber hat kein selbst. nicht automatisch, nicht beim auf die welt kommen. das selbstwerden plädiert für ein durchschauen der dinge, für ein erkennen. für ein finden.

    ich drücke mich kompliziert aus...haha

    ReplyDelete
  17. auch wenn du meinst es gäbe keine wahrheit hast du doch eine feste meinung die sehr wohl als solche rüberkommt. wenn du sagst "es gibt nicht "den" künstler." sagst du ja nichts anderes als ich.
    aber in einem fiktiv prosaischen text kann ich noch immer "wir künstler" schreiben. ich könnte auch "der künstler an sich" schreiben, es ist fiktiv.

    aber schon wieder deine verallgemeinerungen: "der künstler ist. er wird nicht. der mensch (als der andere) ist aber immer im werden begriffen. der mensch will etwas werden. selbst. der orakelspruch: finde dich selbst / erkenne dich selbst. man kommt nicht als selbst auf die welt. dem künstler (als mensch geboren) aber genügt sein sein. er hat sich dem selbstwerdungsprozess entzogen. er ist und tut. sein ist nicht selbst sein. jeder ist zwar; hat ein sein (im ganz existenziellen sinne), aber hat kein selbst. nicht automatisch, nicht beim auf die welt kommen. das selbstwerden plädiert für ein durchschauen der dinge, für ein erkennen. für ein finden."

    für mich macht es sehr wohl den eindruck als würdest du hier von existenziellen wahrheiten schreiben.
    aber worte sind ja bekanntlich missverständlich.

    die aussage ein künstler ist und will nicht werden etc pp sehe ich schon wieder als etwas von dir so universell gültiges gestellt. künstler sehnen sich demnach, laut deiner aussage, nicht nach entwicklung, nach werden.
    und wäre das so, wäre es sehr traurig.
    außerdem wieder:
    schubladendenken, kategorisieren, wir sollten alle damit aufhören, nur geht das? geht das nicht?

    die aussage das man bei der geburt ein sein aber kein selbst hat fand ich wirklich hart, finde ich wirklich hart, denn ich bin zu zweihundert prozent vom gegenteil überzeugt.
    du kommst perfekt auf die welt, die dich dann stück für stück schmutzig macht, beschädigt, auseinandernimmt, zerlegt... (um es dramatisch auszudrücken)

    ich finde, das kann man nur so stehen lassen. jedem dem seine meinung. ich habe nicht vor dich von meinem standpunkt zu überzeugen, und erwarte nur das gleiche von meinem gegenüber.

    alles gute.

    ReplyDelete
  18. langweilig, neurotisch, talentlos, durchschnittlich, anstrengend

    ReplyDelete
  19. natürlich habe ich eine meinung, wobei ich das in diesem fall gerne position nennen möchte. ich mag das wort "meinung" nicht, meint es doch meist etwas unreflektiert banales. und auch du hast eine position, eine meinung und, wenn man so will, eine "wahrheit". du versteckst sie hier nur hinter dem etikett "prosaische fiktion". und sicher kannst du in einer fiktion "wir künstler" schreiben. nur ist es ja nicht so, dass dein blog eine durchgehende fiktion ist, sondern durchaus auch eigene positionbestimmungen (mithin "meinungen") kundtut. die unterscheidung zwischen "meinung", fiktion und als fiktion getarnte "meinung" kann daher durchaus erschwert sein.
    wir sind uns einig: es gibt nicht den künstler. beide habe wir aber vorstellungen davon, was ein künstler ist. beide haben wir unsere "warheiten" (die du hier ungerechterweise als "verallgemeinerung" abstrafst). meine ist aber nunmal MEINE und ich erwarte, nicht hinter jeden satz eine erklärung einfügen zu müssen, dass ich keine allgemeingültigkeit beanspruche. und zu behaupten, es gebe keine wahrheiten bzw. es wäre nicht richtig eine "feste meinung" zu haben, ist ein totschlagargument, dass jede disskusion verhindern soll. man muss positionen beziehen. nein, man muss nicht, aber man tut es, ständig.
    ob du das dann existenziellen wahrheiten nennst oder nicht, sei dahingestellt. es bleibe aber immer individuelle "wahrheiten", die diskutabel und angreifbar sind. und so wie meine position angreifbar ist, ist es auch deine - ob sie nun als prosa verkleidet ist oder nicht (wie gesagt: es ist ja wohl nicht so, dass du mit dem text nichts sagen willst). darauf muss man sich als künstler (und auch als autor fiktiver texte) gefasst machen.
    und meint das angreifbar sein, das diskutieren um standpunkte denn nichts anderes, als den versuch, den gegenüber zu überzeugen? und es geht dabei, wie gesagt, nicht darum dogamtisch zu sein, sondern selbst auch flexibel. um den willen die gegenposition zu verstehen. nicht sie anzugreifen. sicher, wer nicht verstehen will, will auch nicht diskutieren.
    auch das hat etwas mit entwicklung zun tun. ich glaube also keinesfalls, das ein künstler sich nicht entwickeln will. das ist aber etwas anderes, als das "selbst werden". das hier aber zu erklären, würde jetzt zu weit führen, denn, eben, worte, zumal schriftliche, können sehr missverständliche sein. nur ein bruchteil: es meint eine einheit, eine synthese, eine tiefe harmonie von allem was mich ausmacht, was in mir ist - vorallem von körper und seele/geist, von möglichkeit und notwendigkeit, von ewigkeit und zeitlichkeit etc. ich glaube, der künstler strebt nicht dieses selbst werden an, nicht das maximale ideal, sondern die maximale intensität.

    und doch, ich glaube bei der geburt hat man kein selbst. ist nur sein. man ist nicht in harmonie. man ist leer. und wird erst im laufe eines lebens gefüllt. freilich, vielleicht mit schmutz, beschädigungen etc. bringt dissonanzen hervor.
    und wenn leere perfekt ist, nun, das ist man bei der geburt perfekt, ja. aber noch nicht selbst.
    das finde ich einen sehr spannenden punkt, den es zu diskutieren wert wäre. nunja, eben schriftlich nicht. wir sagten es. ich fürchte dafür müssten wir uns auf einen kaffee im prückel treffen.

    aber ich hab den eindruck, dass du daran kein echtes interesse hast. das du mich ein bisschen abwürgen willst. ist natürlich dein gutes recht (in deinem blog).
    dann eben auch dir in diesem sinne alles gute.

    ReplyDelete
  20. ehrlich gesagt ich haette dich eher respektiert, wenn du als person hinter deinen (zugegeben ärgerlichen) ansichten gestanden hättest, anstatt sich bei kritik hinter einem "huch nee ist doch alles fiktion" zu verstecken. ich vermute, dass es sehr wohl um dich geht, (oder eben um diese eine person von der dieser ganze blog eben auch immer nur das selbe erzählt) denn so wie du dich hier darstellst fällt es sehr schwer sich vorzustellen, dass dich andere - sofern sie nicht als reflexionsfläche deiner selbsdarstellung dienen - auch nur im mindesten interessiern.

    ReplyDelete
  21. anonymous,
    ich habe nicht gesagt, dass es nicht aus mir ist, ganz im gegenteil, ich sagte es ist fiktive prosa und woher soll die denn kommen wenn nicht aus mir? würde ich texte über mich schreiben (die mehr oder minder der wahrheit entsprechen) könnte von fiktiver prosa ja nicht mehr die rede sein.

    ReplyDelete
  22. NEIN, ich habe keine vorstellung wie ein künstler auszusehen, zu sein hat.
    (das wäre - in meinen augen - vermessen, langweilig und beengend)

    ReplyDelete
  23. um himmels willen, wie kannst du es dann wagen, das wort "künstler" überhaupt zu verwenden, wie kannst du dann nur irgendjemand als "künstler" bezeichnen, wenn du keine vorstellung davon hast, was ein künstler ist? ein vorstellung davon, was ein künstler IST wohlbemerkt, keineswegs davon, wie er zu sein HAT.
    wenn du keine vorstellung davon hast, was ein künstler ist, aber dennoch von künstlern sprichst, dann kann es nur daran liegen, dass du dich einem konsens beugst? oder das alle menschen künstler sind.

    ReplyDelete
  24. weißt du "chris" -ich setzte diese buchstaben bewusst unter anführungszeichen weil du dich, im gegensatz zu mir, hinter viel mehr anonymität versteckst, was ja prinzipiell, nehmen wir es streng, nicht so ganz fair ist...
    und ich glaube, nein bin überzeugt davon, dass das ein wesentlicher grund ist, wieso ich dich, wie du es nennst, abwürgen möchte.
    überhaupt habe ich mit solchen dikussionen bis jetzt nur schlechte erfahrungen gemacht, und deshalb bin ich da noch viel distanzierte, als ich es ohnehin schon bin.
    und wie geschrieben, dieses aussage: " ich glaube bei der geburt hat man kein selbst. ist nur sein. man ist nicht in harmonie. man ist leer. und wird erst im laufe eines lebens gefüllt. freilich, vielleicht mit schmutz, beschädigungen etc. bringt dissonanzen hervor.
    und wenn leere perfekt ist, nun, das ist man bei der geburt perfekt, ja. aber noch nicht selbst." ist für mich eben wirklich super kritisch, einfach gar nicht vertretbar, das ist für mich rudolf steiner zur potenz und das geht für mich einfach gar nicht. dieses gedankengut, dass man kein selbst ist wenn man geborgen wird. da spricht man einem neugeborenen so viel ab, da spricht man ihm doch die seele ab, wenn man nur ist, existent ist ohne jemand zu sein, auch ein neugeborenes ferkel hat einen charakter, eine persönlichkeit, die hat es auch ohne direkten irdischen erfahrungen.
    (ganz klar: MEINE MEINUNG, aber wie gesagt, mit der aussage, man ist aber man ist nicht selbst wenn man auf die welt kommt kann ich wirklich gar gar gar nicht, das kann ich jetzt hier schriftlich über kommentare auch alles schlecht weiter ausführen...)

    ReplyDelete
  25. ich habe nicht von IST gesprochen. ich merke, dass wir nur aneinander vorbeisprechen. die sprache entwickeltsich, die bedeutung von worten ändert sich durch den umgang damit, wir scheinen gewisse worte ganz anders zu verstehen und immer aneinander zu streifen aber uns durch die missverständnisse nie zu treffen, das hat doch wirklich keinen sinn in diesem medium. schon gar nicht in meinem fiebrigen zustand.

    ReplyDelete
  26. ja, passt schon. lassen wirs. bringt ja nix.
    sone diskussion ist schriftlich und zumal in einem kommentarstrang eines blogs wirklich sehr mühsam und müsste wohl mündlich geführt werden.
    was die anonymität angeht: ich versteck mich nicht. ich hab nur keine ahnung, wie ich dem entgegenwirken soll (außer wie ich es jetzt tat). ich hab leider keinen blog. chris is jedenfalls schon mein richtiger name. :)
    der rudolf steiner vergleich streift zwar gerade n bissl an mir vorbei (ich weiß nicht recht was du meinst), aber seis drum. ein rassist bin ich nun jedenfalls wirklich keiner. und was die exitenz von seelen angeht, nunja...das besprechen wir dann mal bei einem kaffee ;) ich will dir jedenfalls nix böses, keine sorge. naja, alles gute und gute besserung (wenn "fiebrig" sich auf deinen gesundheitszustand bezieht und nicht auf die erhitze diskussion).

    ReplyDelete
  27. erhöhte körpertemperatur,
    einfach nur viel zu hohe, steigende temperatur.

    ReplyDelete
  28. @ chris:

    "ich glaube bei der geburt hat man kein selbst"
    natürlich hast du ein selbst bei der geburt. du wirst schon von außen beeinflusst, während du im mutterleib heranwächst. du hast sogar schon charakterzüge angenommen, wenn du auf die welt kommst.

    ich zitiere deine worte: "das selbstwerden plädiert für ein durchschauen der dinge, für ein erkennen. für ein finden." und füge hinzu, dass es hierbei völlig unbedeutend ist, ob dieses durschschauen, finden, erkennen (und babys tun das durchaus) nun bewusst oder unbewusst passiert.

    xo, samiix'3

    ReplyDelete
  29. sccheiiße; die konversationen hier sind ja ganz großes kino!!!

    ReplyDelete
  30. @sami
    ...schon bei der geburt? falsch. hast du nicht. ich rede nicht von charaktezügen, sondern vom SELBST! ich habe oben angedeutet, was das selbst ist. ich werde nicht näher drauf eingehen, weil ich jetzt keine lust habe, hier ein philosophieseminar draus zu machen. zumal schon gar nicht schriftlich. (mir scheint auch, dass man das intuitiv erahnen kann, was das SELBST bedeutet) nicht mal du hast jedenfalls ein selbst, nehme ich an, wie sollte da ein neugeborenes eines haben. das würde die philosophie der letzten 3000 jahre ad absurdum führen.

    und offenbar verstehst auch du mich nicht: sicher strebt das baby auch zum selbst, eben drum weil es noch keines hat. und das selbstwerden plädiert für ein durchschauen der dinge, für ein erkennen. für ein finden. das ist der weg des selbstwerdens, nicht das selbst. und dabei ist mir doch völlig schnurz, ob das bewusst oder unbewusst passiert. das selbst und selbstwerden sind zwei unterschiedliche dinge. wie das ziel und der weg.

    ReplyDelete
  31. lieber chris,
    wieso beruht man denn auf den gedanken und aussagen anderer (auf das alte wissen)? wieso geht es einem nicht mehr um intuition?
    babys kommen rein, perfekt auf die welt, mit universellen wissen, sie könnten instinktiv (vielleicht ist das das falsche wort) alles richtig machen. sie sind voll, kein leeres gefäß das erst von den großen, klugen, lebenserfahrenen menschen gefüllt werden muss. (rudolf steiner gedankengut)
    erfahrung kommt erst mit den jahren, fünfzig sein heißt nicht fünf sein, ganz klar.
    aber das problem sind die konventionen. wir denken nicht frei. die gesellschaft, die angebliche kultur ist einengend, da wäre ich doch direkt gerne wieder ein vollkommenes baby mit dem universellen wissen. alles ist klar, bis es plötzlich nicht mehr klar war.

    ReplyDelete
  32. "wahnsinnig gut das, was wir machen. " - dieser satz ist eine sehr schönes 'happy end'. weil man anfangs mehr die Künstler verstehen möchte (kann), anstatt die Liebenden.

    ReplyDelete

.


© raphaela anouk
+++
all contents belong to me.
if you want to reblog something, please do not forget the credits.
+++
for any questions, write me:
raphaelaanouk@gmail.com
+++