mélancolie

Friday, April 15, 2011

ausfluege no°1

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die völlige zerissenheit dieses moments war ideal, ideal für sie um los zu lassen.
das leben wiegt weniger als der moment, wer weiß schon was morgen ist? "vernunft" als das abstrakterste aller (fremd)worte.
f-ä-h-r-n-u-n-f-t - was?
NEIN.
"halt einfach deinen mund, all die scheiß worte machen das hier nur dreckig."
ich dachte mir, dass es nicht mehr viel dreckiger werden konnte, ich versuchte den gedanken an meine seidenshorts zu vergessen die dem schmutz der ecke, unserem momentanen aufenthaltsort, hilflos ausgeliefert waren.
das rosa der seide vermischt mit... ich will es nicht wissen.
sie hatte sich mit dem taschenmesser von "irgedwem" ein herz in den unterarm geschnitzt, dann nahm sie meinen arm und wollte das selbe machen, ich sagte "halt!"
/SCHNITT/
wenig später schien ich wieder aufgewacht zu sein, nun war meine äußerliche reinheit entgültig zerstört. das seidenrosa war nun dem versifftersten altrosa gewichen, das ich je gesehen hatte.
meine haare ähnelten dem missbrauchten wollknäuel aus den fängen eines weißen kätzchens.
wasted innocence - mit potenten potenzial.
meine wangen waren geohrfeigt und heiß.
die ohrfeigenhitze breitete sich in meinem ganzen körper aus und brannte an der innenseite meines linken unterarms - der blutverschmiert war - scheinbar hatte ich nun auch ein blutendes herz am arm.
eigenblut gemischt mit fremdblut - der gedanke an den ersten HIV-test in naher zukunft...
ich bewegte mich in einer mir völlig fernen welt, dessen existenz mir zwar bewusst war, deren härte ich aber nicht ansatzweise erahnte.
ich war von menschen umgeben die mit meinem realen leben so wenig wie kaugummi mit fisch zutun haben.
nun schien ich leicht verwirrt in der noch immer gleichen ecke zu sitzen, mit rosa verschmierten mund, heißen wangen, einem brennende unterarm, dreck am körper - eine verwelkte nachtblüte die dennoch zu leichten scheint, jedenfalls machte das den eindruck, wenn ich ihrem kommentar glauben schenken sollte...
"die gespielte leichtigkeit deiner absoluten reinheit lässt mich weinen, du bambibitch."
es war mir völlig gleich wie sie mich behandelte, viel mehr sorgen machte ich mir um das morgen, wobei ich dafür auch zu fertig schien.
sie hingegen hatte in dieser nacht so viel erlebt, dass sie eigentlich noch wochen damit auskommen sollte, wenn nicht monate, wie ihr morgen aussieht wollte ich mir gar nicht ausmalen.
es war das letzte mal, dass wir uns sahen.

6 comments:

  1. Schön geschrieben! Selbst geschrieben?

    Ad deinem kommentar: ja, ist ein "harter" bruch schlicht unpassend. Das sollte man "spueren"

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  2. Das Leben wiegt weniger als der Moment. Wie schön.

    Diese Menschen, von denen die Erzählerin umgeben ist, haben mehr mit ihr zu tun, als sie vermuten mag. Sie ist von ihnen umgeben. Das reicht schon, um viel über sie zu erfahren.

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  3. lena,
    es ist fiktion und nicht autobiographisch, falls es das ist, worauf du hinaus möchtest...

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  4. hauptsache du kannst dich selbst mal wieer auf die ewig gleiche art beschreiben, wie schön, jung unschuldig, lolita bambilike etc, du bist so elend langweilig und geradezu pathologisch narzisstisch

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  5. nicht jeder ich-erzähler ist der autor.

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© raphaela anouk
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