mélancolie

Monday, October 18, 2010

nachtlift


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"ich seh es geschnürt in ecken im raum, ein bündel voll dreck losgelöster zeit, losgelöster traum…

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die farben passen nicht zum papier, das heute ist zu kalt getaucht. das alles passierte vergangen.
gänzlich zerflossen; die realität mit klein konstanten stücken – feste materie.
unter anderem: sechs weiße flächen,
wieso das schmutzige geschehen der straße nicht am fußboden haftet, gefragt danach, nach lange vergangen.
jetzt erscheint es wie einer der besten orte, überhaupt, denkt man zurück waren es immer orte wie dieser,
die am besten waren. man könnte weinen,
könnte man…
weinenweinenweinen
man könnte.
weinen.
es war schon wieder einer dieser orte für sich, still, fast vergessen, fast nie gesehen, man schweigt.
das feucht geprasselte, in der nichtigen farbe, taucht die nachdenklichkeit in licht welches nicht existiert.
die tätigkeit der tat beschränkt sich auf etwas psychisches.
...
psychosomatik schwebt im raum, man sieht sie ganz unbewusst bewusst – nicht.
dann besinnt man sich wieder auf den fast ursprünglichen versucht zurück, der versuch des vergleichs,
des damals so wie des heutes, des einen sowie des anderen raumes, der utopischen gleichung, der relevanten relativität von allem.
man verliert sich im narzissmus der eigenen gedanken und schweigt brechend zusammen – sackend auf gebräuntes süß, zerstückelt, zerfallen, gebettet.
sinnesendfremdender heterogener körper, nahrung als abstoßender nichtpart, zerstörung der uneigenst geschaffenen perfekten sterile, totaler kontrollverlust, wucht, folglich schlaf.
dann denkt man sich das alles weg, denn auch nach stunden ist es zu ende, man erwacht im frischen weiß, es riecht nach waschmittel,
jetzt glaubt man zu wissen, der schlaf war untermalt von staubsaugergeräuschen.
wenn man nun fünf weiße flächen betrachtet, vielleicht sogar sechs – die auf der man sich physisch zu befinden scheint mitgesehen, mitgezählt – erahnt man das geschehene dunkel,
man vermag zu überlegen, man vermag viel mehr zu vermuten und letztendlich vermag man nur noch zu glauben,
dass es das beste war und zu wissen, dass die lüge gegen einen selbst gerichtet manchmal am weichsten ist.
man vermag sich zu bücken und man vermag sich der kalten härter der universell eigensten lügenrealität zu entziehen.
man vermag sich selbst anzufassen, weich und hart, straff und zart, schutz und schuld /liebender hass/ – man vermag es für sich zu tun, denn man scheint zu wissen, dass man am ende die sich am nächsten stehende person ist, man sich selbst die hand auf die schulter legt und den kopf auf den kragen, man sich selbst glücklich macht oder tot.
man vermag den raum zu verlassen und zu denken nie dort gewesen zu sein, man vermag sich für schizophren zu halten, für jemanden der geister sieht oder schlichtweg für vollkommen durch, mit allem, unrettbar, hoffnungslos versunken im augenscheinlich verdorbenen selbst.
man vermag an die augenblickliche glückseligkeit der unschuldigen jahre zu denken oder an ein leben vor diesem. man vermag zu wissen das man alles weiß und nichts, man vermag sich bewusst zu werden, der nichtigkeit und dem allen. man vermag im schlaf zu versinken, wieder, um später ganz anders zu vermögen.

31 comments:

  1. Du schreibst so schön!Die Bilder sind wirklich unglaublich schön,so kunstvoll,sie haben eine ganz besondere Aura.Wahnsinn!

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  2. deine bilder sind sehr... anders. besonders. ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. unglaublich? das trifft es, nicht wahr?

    deine texte wie immer metaphorisch. ich kann so viel hinein interpretieren.

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  3. wow echte in sehr ausdrucksstarkes bild! :) gefällt mir!

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  4. Der Text ist toll und die Bilder passen wirklouch gut dazu.

    www.ein-kleines-erdbeermonster.blogspot.com

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  5. texte, bilder: umwerfend!

    http://palimpalimblog.blogspot.com/

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  6. zu gut dein blog! einer meiner allllllllerliebsten :)

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  7. I love this photograph!

    tuxandtie.blogspot.com | twitter.com/tuxandtie

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  8. tolle farben. ich mag deine bilder! du fängst augenblicke immer so schön ein.

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  9. wunderbare bilder, zauberhaft.


    x
    www.milchwolke.blogspot.com

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  10. wunderschöne bilder zu wundervollem text!

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  11. GORGEOUS! Some of my absolute favourite that you've done so far.

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  12. dein blog is immer noch so gut wie früher, oh ja. der text is mir etwas zu klein, deswegen schau ich mir lieber nur die bilder an und träume. wahrscheinlich verpass ich da was, aber ich hab gerad ferien und hab genug von literarischen-alike texten... see you around bella.. was für photoprogramme benutzt du? ich weîll mir endlich welche zulegen.. xoxo

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  13. ich weiß du postest hier keine outfitts, dürfte ich dennoch fragen, woher du deinen mantel hast?

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  14. anonymous,
    natürlich darfst du fragen :)
    h&m trend.

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  15. danke für diese worte. weil alles so wahr ist wie du es schreibst. weil sie wie kleine elektroschocks durch kalte venen glühen.

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  16. Weil deine Haare alleine fliessen wie ein Bach voller kristallklaren Wassers in einem Flussbett reinsten Marmors...

    die unschuldigen Tage - sie sind auch in der Zukunft.

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  17. cut-up:


    ein bündel voll dreck losgelöster zeit
    sechs weiße flächen
    gebräuntes süß
    nach waschmittel am fußboden
    fünf weiße flächen betrachtet, vielleicht sogar sechs -
    kopf auf kragen
    der geister sieht.
    ein leben vor diesem. man vermag zu wissen das man alles weiß und nichts,
    , um später (im Schlaf) ganz anders zu vermögen.

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  18. Toller, in sich geradezu versinkender Text. Die Bilder dazu - eine stimmige Symbiose.

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  19. That picture is so incredibly beautiful, my dear!

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  20. atemberaubend. nein, worteberaubend.

    und wenn das wirklich in einem lift ist, ist das der schönste lift, den ich je gesehen hab.

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  21. wolkenfrei,
    natürlich, ein foto während der fahrt vom zweiten stock ins erdgeschoss.

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  22. wie gut du das mal wieder ausgedrückt hast :)

    und die fotos, die sind einfach nur krasskrasskrasskrass gut.

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  23. dein blog ist grösste klasse!

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  24. deine bilder wären besser wenn du nicht immer gleich schauen würdest

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  25. Thank you for sharing these wonderful photos

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© raphaela anouk
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